Samstag, 24. Oktober 2009

Auf der Autobahn

Mit durchdrehenden Reifen schiesst der Audi dem Fluchtwagen der Gangster hinterher. Wenige Sekunden später sehen Kurt und Pitt die Rücklichter der Amikiste.
"Ja, PS-Leistung ersetzt eben keine Straßenlage" meint Kurt und kurze Zeit später sind die beiden auf "Schlagdistanz".
Der amerikanische Wagen fährt auf die Autobahn Richtung Kamp Lintfort, überquert den Rhein und der Sportwagen mit den beiden Spürnasen folgt in ausreichender Distanz. Die zweite Abfahrt nach der Rheinbrücke verlässt der Dodge die Autobahn in Richtung Rheinberg und bleibt dann auf der Hauptstraße. Am Abzweig Richtung Orsoy biegt er ab und fährt dann weiter geradeaus. "Hör mal, Kurt, hier waren Harry und ich schon mal. Gleich kommt hier das Landgut Mosers, das haben wir schon mal eine Nacht observiert"
Kurze Zeit später taucht auf der linken Seite der Parkplatz der Baumschule Haselnuss auf. Gegenüber liegt die Mauer, die das Gehöft Mosers einfriedet.
"Mann, ich denke, der Kerl ist tot."
Der Dodge bremst und bleibt vor dem Hoftor stehen. Das Tor öffnet sich und der Dodge fährt hinein und das Tor schließt sich langsam.
"Fahr auf den Parkplatz der Baumschule" meint Pitt "da haben wir schon mal gestanden und die Bude da drüben beobachtet.
Die beiden verlassen das Sportcabrio und beeilen sich, auf die andere Straßenseite zu kommen. An der Stelle, die Pitt schon von der ersten Observation her kennt, schauen die beiden über die Mauer und beobachten das Haus des ermordeten Managers.
"Bück Dich, Pitt, da kommt jemand" flüstert Kurt in Pitts Ohr. Pitt schaut sich um und sieht dass auf der Straße ein goldfarbenes Peugeot-Cabrio angefahren kommt. Pitt glaubt, ein Dejavu zu haben. Es ist der Wagen von Isabella Säger, der Geliebten Mosers. Vor dem Tor hält der Wagen an, hupt und das Tor wird von innen geöffnet. Der Wagen fährt in den Hof und hinter dem Wagen wird das Tor wieder geschlossen. Das Cabrio fährt auf das Haupthaus zu und stoppt. Die blonde Isabella steigt aus, aufreizend gekleidet, als wolle sie eine weitere Liebesnacht mit Rudolf Moser verleben.
Die Tür des Haupthauses öffnet sich und Georg Moser, der Sohn des getöteten Industriellen läuft auf Isabella zu und fällt ihr um den Hals. Innig küsst er die Frau und geht dann mit ihr in das Haus.
In dem Augenblick hören die beiden Ermittler, dass auf der gegenüberliegenden Seite auf dem Parkplatz der Motor eines LKW gestartet wird. Pitt schaut zum Parkplatz und kann seinen Augen kaum glauben. Es ist der gleiche graue 7,5-Tonner, den Pitt und Harry bei ihrem ersten Einsatz vor Mosers Gehöft beobachtet haben.
Der Wagen setzt sich in Bewegung und fährt vor das Tor des Anwesens. Der Fahrer hupt und das Tor schwenkt auf. Und wieder beobachtet Pitt, wie der LKW vor den Eingang des Hauses fährt, der Fahrer aussteigt und die Ladebordwand herunterfährt.
Nur dieses Mal wird der LKW nicht entladen. Zwei Männer schieben einen schweren Gegenstand, verdeckt von einem grauen Tuch aus dem Haus und schieben ihn auf die Ladebühne des LKW. Der Fahrer fährt die Bühne hoch und verläd die Last auf dem Fahrzeug. Danach schließt er den Laderaum und begibt sich wieder in sein Führerhaus. Der Motor wird angelassen und der Wagen setzt sich wieder in Bewegung.
"Kurt, ich bin mir sicher, dass da jetzt ein Konzertflügel drauf ist........" Die beiden schwingen sich in den Audi und setzen dem LKW hinterher.
Pitt ruft Harry an und gibt einen kurzen Bericht ab. Als Harry das gehörte verarbeitet hat, erhält er vom Pitt den Auftrag, das Anwesen Mosers und insbesondere Georg und die blonde Isabella zu beobachten.
Danach ruft Pitt im Präsidium an und gibt da Kennzeichen des LKW und dessen vermutliche Fahrtrichtung durch. Eine Streife soll eine Fahrzeugkontrolle durchführen und die Ladepapiere prüfen. Bei Verdacht, also in jedem Fall, sollen die uniformieren Beamten die Ladung kontrollieren und für den Fall, dass es sich um einen Konzertflügel handelt, diesen sicherstellen und zur Spurensicherung bringen.
Pitt und Kurt folgen dem Laster und geben jeden Richtungswechsel an die uniformieren Kollegen weiter.
Der Wagen fährt auf die A42 Richtung Kamp Lintfort auf, im Kreuz Kamp Lintfort wechselt er auf die A 57 in Fahrtrichtung Köln-Krefeld.
Kurz vor dem Rastplatz Donk überholt eine Autobahnstreife den LKW und setzt sich vor den Wagen. Der Schriftzug -POLIZEI - BITTE FOLGEN leuchtet auf und die Streife lotst den LKW auf den Rastplatz.
Der Streifenwagen hält an und die Beamten steigen aus. Da beschleunigt der LKW und schießt auf den Steifenwagen zu. Der Fahrer kann sich durch einen Sprung über die Motorhaube gerade noch in Sicherheit bringen. Der LKW reisst die Fahrertür des Streifenwagens ab und beschleunigt weiter um dann auf die Autobahn zurückzukehren. Dort beschleunigt er weiter und bei fast 100 km/h setzt sich der Audi mit Kurt am Steuer neben den LKW. Pitt fährt das Fenster runter und zeigt dem Fahrer, dass er auf dem Seitenstreifen halten soll.
Der LKW-Fahrer grinst Pitt an und zeigt ihm den gstreckten Mittelfinger.
Pitt zieht die Dienstwaffe, lädt durch, entsichert und zielt auf den linken Vorderreifen.
Der Fahrer streckt Pitt erneut den Mittelfinger entgegen und lacht.
Pitt blickt auf den nachfolgenden Verkehr und stellt fest, dass auf dem Streckenabschnitt nichts los ist. Er zielt erneut und zieht den Abzug der Walther P99 zweimal durch.
Der LKW schlingert und bricht nach links aus. Er berührt die Leitplanke und und prallt an dieser ab, schlingert zur rechten Straßenseite, gerät von der Fahrbahn und landet im Graben neben der Autobahn.
Pitt und Kurt springen aus dem Wagen, retten den Fahrer aus dem Führerhaus und bringen ihn in Sicherheit.
In der Zwischenzeit sind die Kollegen von der Autobahnpolizeiwache Moers mit mehrern Fahrzeugen eingetroffen. Pitt weist sich aus und die Beamten sichern den Ort ab.
Pitt lässt die Spurensicherung kommen. Die Kollegen öffnen den Laderaum des LKW. Dort finden sie die Überreste eines Konzertflügels.
Pitt erteilt den Auftrag, diese ins Präsidium nach Duisburg zu schaffen.


Ist er der gleiche Flügel, mit den der Fall begonnen hat?
Was ist zwischen Moser junior und Isabella?
Warum durfte Pitt den Audi noch nicht fahren?

Samstag, 17. Oktober 2009

Die Beerdigung

Harry greift sich den Hörer, wählt die Nummer des Zahnarztes und wartet mit klopfendem Herzen darauf, dass die Sprechstundenhilfe Susi Sommer abhebt. Pitt bedeutet Harry unterdessen mit Handzeichen, dass er und Gabriela sich in die Kantine begeben, und dort unten auf ihn warten.

„Zahnpraxis Doktor Brettschneider, guten Tag, Sommer am Apparat,“ meldet sich die Stimme von Susi und Harry wird es ganz mulmig in der Magengegend.

„Ähhhhm, hallo,“ beginnt er zu stottern, „hier ist Harry, ich meine Kriminalnagel, nein, ich wollte sagen, Nagel ist mein Name. Harry Nagel, wissen sie, ich bin der, der vorhin bei ihnen war,“ Harry merkt, wie ihm der Schweiss den Nacken hinunter läuft und er den Zettel mit der Telefonnummer völlig verkrampft in der linken Hand zerknüllt, „wegen der Goldzähne von Moser, wissen sie.“

„Jaaa,“ entgegnet Susi lang gezogen.

„Und ich hätte noch eine Frage dazu,“ haspelt Harry in den Hörer, der ihm aus seiner von Schweiss rutschigen Hand zu fallen droht, „ich wollte sie fragen ob ich sie fragen dürfte,“ was rede ich da eigentlich für eine gequirlte Kacke, geht Harry durch den Kopf, wie ein kleiner Schuljunge, ich stell mich als grössten Idioten der Menschheitsgeschichte hin, das ist nicht zum Aushalten, „äähhm wissen sie, wegen meiner Frage..“

„Ja bitte, ich bin ganz Ohr,“ antwortet Susi geduldig. Die lacht sich über mich krumm, denkt ein immer mehr an sich selbst verzweifelnder Harry, ich kann ihr Grinsen bis hierhin hören, ich habe jetzt schon alles verbockt bei ihr, ich kindischer Idiot, ich.

„Geht es um die Unterlagen von Herrn Moser oder um etwas anderes?“ erkundigt sich die Sprechstundenhilfe freundlich.

„Ja genau...“ antwortet Harry verzweifelt.

„Ja genau? Was denn jetzt genau?“

„Aha, es geht um das Essen mit den Unterlagen, wo sie ihren Chef noch fragen könnten, wegen dem schwarzen Fleck auf den Röntgenbildern, was bei den Ermittlungen weiterhelfen könnte,“ Harry redet inzwischen ohne Punkt und Komma, „und wir zusammen essen weil ich sie einladen möchte sehr gerne nur wenn es sie nicht stört und sie Lust haben....“

„Moment mal,“ unterbricht ihn Susi, „sie wollen mich also zum Essen ausführen?“ Harry nickt während ihrer Worte eifrig mit dem Kopf, „Ok, wann und wo?“

Harry, völlig überrascht von der Antwort, merkt, dass er sich noch gar keine Gedanken über Ort und Zeit gemacht hat, weil er nicht mit einer Zusage gerechnet hat. Er nennt ihr spontan die Pizzeria am Hafen unten und den heutigen Abend nach der Arbeit, von der er sie sehr gerne abholen würde. Susi sagt den Termin zu und verspricht, dass sie ihren Boss noch wegen der Röntgenbilder befragt. Harry wird erst nach mehreren Minuten bewusst, dass er mit einem dümmlichen Grinsen im Gesicht, einem nassen Telefonhörer in der Rechten und der Erkenntnis, dass Susi schon aufgelegt hat, mitten im Büro steht und Löcher in die Luft starrt. Er rennt hinunter in die Kantine um den anderen beiden von seinem cool klargemachten Date zu erzählen. Nach einem kritischen Blick auf sein verschwitztes Shirt und sein gerötetes Gesicht meint Gabriela trocken: „Aha, genau, gaaaaanz cool hast du das gemacht, sicher schon.“ Und dann beginnen Pitt und Gabriela lauthals zu lachen.

Abends sitzen sich Harry und Susi in der Pizzeria an einem gemütlichen Ecktisch bei Kerzenschein gegenüber und geniessen ihre Pizza. Harry ist so in sein Gespräch vertieft, immer stark darauf bedacht nicht wieder so einen Unsinn wie am Nachmittag zu labern, dass er gar nicht merkt, dass Susi ihre Pizza schon gegessen hat, während dem seine noch zur Hälfte und mittlerweile eiskalt vor ihm liegt. Plötzlich blickt Susi angestrengt in die andere Seite des Lokals und sagt zu Harry: „Sag mal, ist das nicht dein Kollege von der Polizei, der dort mit einer jungen Dame am Tisch sitzt?“

Harry schreckt aus seinen Gedanken auf, dreht den Kopf und zuckt zusammen. Tatsächlich, dort sitzen Pitt und Gabriela. Oh nein, denkt Harry, das auch noch, das darf doch gar nicht wahr sein.

„Komm,“ meint Susi mit einem fröhlichen Lächeln im Gesicht, „wir bitten die beiden an unseren Tisch.“

„Nein, nein, das ist nicht nötig,“ beeilt sich Harry zu entgegnen, „die zwei wollen sicher nicht gestört werden. Und ausserdem verstehen wir uns nicht so dolle, er ist im Prinzip mein Vorgesetzter, wir arbeiten nur zusammen, und Pitt hat Gesellschaft nicht so gern......“ Aber Susi ist schon aufgestanden und an dem immer noch verzweifelt brabbelnden Harry vorbei in die Richtung von Gabriela und Pitt gegangen. Kurze Zeit später setzt sich Pitt mit einem kräftigen Schlag auf die Schulter von Harry gegenüber von ihm an den Tisch mit den Worten: „So ein Zufall, dass wir euch beide hier treffen.“

„Ja genau,“ erwidert Harry leicht säuerlich, „die Welt ist schon ein Dorf.“ Seine Augen schicken dabei Blitze in Pitt's Richtung, auf die sogar Göttervater Zeus neidisch gewesen wäre. Nach einem dennoch vergnüglichen und vor allem durch Susi's Informationen über den Hohlraum in einem von Moser's Zähnen sehr hilfreichen Abend verlassen die vier das Lokal und machen sich auf den Heimweg. Auf der Fahrt sagt Gabriela zu Pitt: „Ich finde die Susi ganz nett. Zuerst dachte ich, das sei eine kleine, verwöhnte, eingebildete Tussi. Aber das ist überhaupt nicht so. Sie ist sehr nett und offen. Und sie weiss, worüber sie spricht. Sie hat das Herz am rechten Fleck. Ich mag sie wirklich sehr und ich hoffe für Harry, dass etwas aus den beiden wird.“

Im Wagen von Harry sagt Susi: „Ich finde die Gabriela ganz nett. Zuerst dachte ich, das sei eine kleine, verwöhnte, eingebildete Tussi. Aber das ist überhaupt.....“

Zwei Tage, nachdem die sterblichen Überreste von Felix Moser durch die Gerichtsmedizin freigegeben wurden, findet die Beerdigung unter grosser Anteilnahme und Interesse der Bevölkerung im Zentralfriedhof statt. Obwohl die Polizisten Pitt und Harry und der inzwischen aus Zürich zu ihnen gestossene Kurt mit vielen Menschen gerechnet haben, überrascht sie die riesige Menschenmenge. Um eventuelle neue Hinweise zu erhalten haben sich Pitt und Kurt entgegengesetzt an den Rand der Menge begeben, um einen besseren Überblick zu haben, während Harry zusammen mit Susi bei Gabriela am offenen Grab die Beerdigungs Zeremonie über sich ergehen lässt. Als Harry während der Predigt des Pfarrers seinen Blick schweifen lässt, wird er plötzlich einem zitternden roten Punkt gewahr, der sich langsam am Bauch von Gabriela entlang nach oben in Richtung Brustkorb bewegt. Ach du Scheisse, geht Harry noch durch den Kopf, bevor er sich geistesgegenwärtig gegen die neben ihm stehende Susi wirft. Im selben Moment, in dem Gabriela, Susi und Harry wie Dominosteine gemeinsam zu Boden fallen schreit Harry: „Anschlag!“ in sein Headset, mit dem er direkten Funkkontakt zu Pitt und Kurt hat. Der Buchhalter der Eisenhütten AG, der direkt hinter Gabriela stand, wird von einer Kugel mit voller Wucht in die Brust getroffen und in die hinter ihm stehenden Trauergäste geschleudert. Er ist schon tot, als er zu Boden fällt. Das Geschoss hat sein Herz regelrecht zerfetzt.

Am Grab bricht augenblicklich eine Panik aus, die Menschen stossen und rempeln die in zweiter und dritter Reihe Stehenden zur Seite, die von dem Vorfall direkt am Grab nichts mitbekommen haben und durch die Fliehenden völlig überrascht werden. Dadurch breitet sich das Chaos ringförmig aus. Überall rennen Leute schreiend durcheinander, andere stehen einfach nur völlig verstört und schockiert da, während einige hinter Grabsteinen Schutz und Deckung suchen, obwohl sie nicht wissen, aus welcher Richtung die Gefahr kommt. Während Harry noch schützend auf den beiden Frauen liegt, gibt er Pitt und Kurt geistesgegenwärtig die ungefähre Richtungsangabe, aus welcher der tödliche Schuss abgegeben wurde. Die beiden spurten sofort los und ziehen beim Rennen ihre Waffen aus dem Schulterholster. Nach wenigen Augenblicken sieht Kurt aus dem Augenwinkel hinter einem frisch aufgeworfenen Grabhügel ein Gewehr mit Zielfernrohr liegen. Das muss dem heimtückischen Schützen gehört haben. Sofort alarmiert Kurt die am Rande des Friedhofs positionierte Polizeieinheit über Funk über den Fundort, damit die Kollegen das Korpus delicti sicherstellen können. Pitt sieht zweihundert Meter vor sich einen in einen schwarzen Jogginganzug Gekleideten, der wieselflink zwischen den Grabreihen in Richtung Nordportal flüchtet. Das ist das Schwein, denkt sich Pitt, ich kriege dich, und schreit seine Beobachtung ins Headset, dass Kurt darauf reagieren kann. Auch er hat den Flüchtenden ausgemacht, und versucht nun noch schneller zu rennen, um den Attentäter zu erwischen. Etwa fünfzig Meter neben sich sieht er Pitt wie einen Kurzstreckensprinter über den schmalen Kiesweg spurten. Die Augen fest auf seine Beute gerichtet, holt er das Letzte aus seinem Körper raus.

Harry hat sich unterdessen davon überzeugt, dass den beiden Frauen nichts geschehen ist, und informiert seine beiden Kollegen über das Headset, dass die beiden abgesehen von einem leichten Schock in Ordnung sind und er sie jetzt sofort aus der Gefahrenzone in Sicherheit bringt. Pitt und Kurt nehmen diese Nachricht innerlich mit einem tiefen Aufatmen zur Kenntnis und konzentrieren sich wieder voll und ganz auf die Verfolgung.

Der Attentäter hat mittlerweile den Ausgang erreicht und verschwindet links um die Ecke hinter der Mauer auf dem Gehsteig, der neben der am Friedhof vorbei führenden Hauptstrasse liegt. Das darauf ertönende Hupkonzert deutet darauf hin, dass er rücksichtslos vor die fahrenden Autos auf der Strasse sprintet. Kurz darauf erreichen praktisch gleichauf Pitt und Kurt den Ausgang, rennen hindurch und versuchen, den Flüchtenden zu finden. Sie sehen gerade noch, wie er auf der anderen Strassenseite in einen mit laufendem Motor wartenden Wagen hechtet, der mit durchdrehenden Reifen quietschend davonrast und das nächste Hupkonzert auslöst, weil er dem rollenden Verkehr knallhart in den Weg fährt. Pitt zieht seinen Dienstausweis aus der Innentasche seiner Jacke und wedelt damit in der Luft herum. Kurt und er stellen sich mitten auf die Strasse und halten den ersten Wagen an, der frontal auf sie zu fährt. Kurt reisst die Fahrertüre auf und schreit den völlig verdutzten Fahrer an: „Raus hier, Polizeieinsatz, ihr Wagen ist konfisziert!“

Der Fahrer wechselt mit seinem Blick verständnislos zwischen Kurt und Pitt hin und her, dann zu den gezogenen Waffen der beiden und zum Ausweis, den Pitt, mittlerweile schon auf der Beifahrerseite eingestiegen, immer noch in der Hand hält, zurück in das gerötete Gesicht von Kurt. Er will gerade zu einem Nein, was soll der Scheiss ansetzen, als er schnell und kompromisslos von Kurt am Jackenkragen gepackt, und mit einem harten Ruck aus dem Auto gerissen wird. Als er sein Gleichgewicht wieder gefunden und sich umgedreht hat, drückt Kurt schon das Gaspedal bis zum Anschlag durch und lässt den zutiefst erschrockenen Besitzer mitten auf der Strasse in einer stinkenden Qualmwolke, die die durchdrehenden Reifen erzeugen, stehen.

„Hast du das Fahrzeug oder die Zulassung erkannt?“ fragt Kurt Pitt, während er sich mit einer Hand anschnallt und mit der anderen steuert.

„Das Kennzeichen nicht, aber den Wagen. Das war ein Dodge. Ein Dodge Caliber. Schwarz,“ antwortet Pitt und gibt eine Ringfahndung an alle Polizeidienststellen durch.

„Ok,“ meint Kurt, „so ein Wagen ist nicht unauffällig. Also Augen auf, wir erwischen diese Schweinehunde.“

Kurt lässt kurz seinen Blick über die Armaturen des „entliehenen“ Wagens schweifen und meint dann mit einem schelmischen Lächeln zu Pitt: „Wäre gelacht, wenn wir die nicht erwischen. Wir sitzen nämlich in einem Audi R8 Spyder. Und der hat einiges mehr an Dampf unter der Haube als der schwerfällige Ami-Eisenhaufen.“ Pitt deutet in dem Moment mit dem Finger nach vorne auf die Strasse und sagt: „Ich glaube, ich sehe den Wagen da vorn.“ Kurt kneift die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, schaut in die von Pitt angegebene Richtung und beginnt leicht zu lächeln.

„Bingo,“ meint er kurz und trocken, „und wenn wir die Scheisser dingfest gemacht haben, dann darfst du auch eine Runde mit dem Wagen hier drehen.“

Kurt und Pitt schauen sich kurz mit einem siegessicheren Lächeln an, und dann holt Kurt das Letzte aus dem Wagen heraus.

Erwischen die beiden die Täter?

Wie geht es den Frauen und Harry?

Darf Pitt wirklich eine Runde in dem Audi drehen?

Montag, 14. September 2009

Der Zahnarzt

"Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir den Duisburger Zahnarzt nicht auftreiben könnten, bei dem der Tote in Behandlung war." Mit diesen Worten drückt Pitt Harry ein Branchentelefonbuch in die Hand und weist auf das Telefon. " Mach Du A bis K und ich ich fange bei L an und mache den Rest" Noch schnell einen Kaffee neben das Telefon gestellt und dann geht es los. Einen Zahnarzt nach dem anderen rufen die beiden an und fragen jeweils nach dem Patienten Rudolf Felix Moser.
Nach gut drei Stunden strammens Telefonierens hat Harry Erfolg. Im Norden von Duisburg, im Ortsteil Walsum, ist er fündig geworden. An der Theodor-Heuss-Straße findet sich mit Dr. med dent Brettschneider ein Zahnarzt, der einen Patienten namens Rudolf Felix Moser in Behandlung hat. Pitt greift sich ein Foto des Toten und kurz darauf sind die Beiden unterwegs nach Walsum. Nach knapp 20 Minuten treffen Sie vor der Praxis ein und nach weiteren fünf Minuten haben sie einen Parkplatz gefunden und sind auf dem Weg in die Praxis.
Die bereits etwas ältere Sprechstundenhilfe bittet die Beamten in das Sprechzimmer des Dentisten und bittet noch um ein Wenig Geduld, da Dr. Brettschneider zur Zeit mitten in einer Wurzelbehandlung steckt. Das Geräusch des Bohrers ist durch die Tür zum Behandlungsraum deutlich zu hören.
"Dieses Geräusch geht durch Mark und Bein, da kriege ich schon von Zuhören Zahnschmerzen" meint Harry.
Nach zirka 10 Minuten öffnet sich die Tür und Dr. Brettschneider betritt den Raum. Eine drahtige Figur in weissen Jeans und einem dunkelblauen Polohemd lassen den Zahnarzt eher wie einen Tennisspieler wirken. Seine sonnenbräunten Arme und das genauso gebräunte Gesicht lassen erkennen, dass Dr. Brettschneider viel Zeit auf dem Tennis- oder Golfplatz verbringt. Den Mundschutz, den er noch vor dem Gesicht trägt, nimmt er ab, bevor er sich die Hände waschen geht, um anschließend Pitt und Harry mit einem kräftigen Händedruck zu begrüßen. " Nun, meine Herren, meine Sprechstundehilfe sagt, dass sie von der Mordkommission sind und einen meiner Patienten suchen?"
"Es stimmt, wir sind von der Mordkommission, ich bin Hauptkommissar Brett und das ist men Kollege Kommissar Nagel. Allerdings suchen wir keinen Ihrer Patienten, ich glaube vielmehr, dass wir ihn haben und zwar den Herrn Rudolf Felix Moser. Der ist tot und wir wollen wissen, ob er Ihr Patient war." Harry nickt und reicht den Zahnarzt das Bild des Toten über den Tisch. Pitt fragt, ob der Tote auf den Bild Dr. Brettschneiders Patient war. Dr. Brettschneider drückt eine Taste an seinem Telefon und spricht in das Gerät. "Susi, komm mal rein, ich brauche Deine Hilfe." Die Tür offnet sich und eine blonde, junge Frau betritt den Raum. Auch sie trägt weisse Jeans und ein dunkelblaues Poloshirt und ist durch einen Aufdruck auf dem Shirt als Mitarbeiterein der Praxis zu erkennen. Sie dürfte etwa Mitte 20 sein, trägt ihr Haar zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und hat ein fröhliches, fast frech wirkendes Gesicht mit Sommersprossen. Das Namensschild mit dem Namen "Susi Sommer" passt zu dem Aussehnen und der dezente Duft eines guten Parfums liegt in der Luft.
Ihr Chef legt ihr das Foto vor. "Sag mal Susi, ist das unser Patient Moser?" - "Das könnte er sein, der sah halt nur nicht so krank aus, wenn er hier war" Die Sprechstundenhilfe begutachtet das Bild und lächelt den Polizisten zu. Harry ertappt sich dabei, wie er zurücklächelt und im Geiste schon Pläne für ein gemeinsames Abendessen macht. "Danke, Fräulein Sommer. Und wenn Ihnen noch etwas einfällt, dann rufen Sie mich an." Mit diesen Worten drückt Harry ihr lächelnd seine Visitenkarte in die Hand. Die Sprechstundenhilfe verlässt das Sprechzimmer. "Ach Susi, bring mir doch noch die Akte" ruft der Dentist hinterher.
"Ja, auch die Susi hat ihn erkannt, ich war mir nicht so sicher, aber er scheint es gewesen zu sein. Ich lasse mir die Akte kommen und da ist auch ein Röntgenbild drin, vielleicht hilft Ihnen das ja weiter."
Pitt erzählt den Arzt, dass dem Toten alle Zähne herausgebrochen wurden. Dr. Brettschneider verwundert das nicht, Mosers Gebiss bestand durchweg aus fest implanierten Goldzähnen und die stellen ja schon einen Wert da.
Fräulein Sommer betritt den Raum und legt die Krankenakte auf den Tisch. Sie lächelt Harry zu und verlässt den Raum wieder."Das ist aber eine süsse Maus", flüstert Harry Pitt ins Ohr.
Auf die Frage, was mit Mosers Zähnen war, blättert der Arzt die Akte durch und blickt Pitt dann an. "Nichts, alles nur Routine, also keine Besonderheit. Auf dem Röntgenbild ist ein Backenzahn zwar dunkler als die anderen dargestellt, aber das hat laut Dr. Brettschneider keine Bedeutung. Pitt bittet den Zahnarzt um das Bild und die beiden Beamten fahren schnellstmöglich in die Pathologie. Dort geben sie das Bild ab.
Kaum im Büro angekommen, geht das Telefon. Kurt Pflümli aus Zürich ist dran und fragt nach den Stand der Ermittlungen. Pitt macht Kurt mit den neuesten Erkenntnissen vertraut und fragt seinerseits, ob es Neuigkeiten in der Schweiz gibt.
"Wir, das heisst die Monika Marty, hat in der Nasszelle von dem Zimmer, in dem Moser zuletzt war, als er im Berner Oberland war, zwei kleine Mikrokapseln gefunden, Zuerst haben wir die für Sandkörner gehalten, aber unter dem Mikroskop hat Monika herausgefunden, dass man die aufschrauben kann und das sie einen kleinen Hohlraum enthalten. So für einen Mikrosender oder einen Mikrofilm. Was meint ihr, wofür die sein könnten?"
"Schwing Dich mal in den nächsten Flieger nach Duisburg, Kurt, die Dinger wollen wir hier sehen." Mit diesen Worten beendet Pitt das Gespräch und wendet sich an Harry. Meinst Du, solche Kapseln könnte der Moser in den Zähnen gehabt haben? Und wir mitten in einer Spionagegeschichte hängen? Ich rufe den Zahnarzt noch einmal an und frage, ob Mosers Zähne dafür geeignet waren, besonders der dunkele....."
"Pitt, lass mich das machen", bittet Harry "Vielleicht habe ich ja die Süsse Blonde dran ubnd kann mich mit ihr zum Abendessen verabreden." Als Pitt Harry fragend anschaut, ergänzt er:" Nicht, was Du denkst! Ich will nur rausfinden, ob ihr Chef in der Geschichte mit drinhängt! Ehrlich, rein dienstlich!"
" Na, ruf schon an, alter Schwerenöter"

Hängt der Zahnarzt mit drin?
Was sind das für Kapseln?
Wieviele Sommersprossen sind in Susis Gesicht?

Dienstag, 8. September 2009

Zahn um Zahn?

Als sie vor der Leichenhalle stehen, ergreift Gabriela das Wort als Erste: „Es ist schon eigenartig,“ sinniert sie mehr zu sich selbst als zu Pitt und Harry, „ich kann mich gar nicht richtig daran erinnern, dass der Tote da drin irgendwie mein Vater gewesen sein soll. Für mich war er immer ein karrieregeiler Typ, der bei uns zu Hause gegessen und übernachtet hat, und sonst nichts. Es drehte sich immer nur alles ums Geschäft, und wie man mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Ertrag erwirtschaftet.“ Gabriela schlendert bei diesen Worten ziellos vor sich her, flankiert von den beiden Polizisten. „Ich habe ihn nie als fürsorglichen Vater erlebt, der Interesse an mir und meinem Werdegang zeigte, der nie mit mir gespielt hat oder nie die Hausaufgaben mit mir zusammen gelöst hat. Es war mir, als sei ich Luft für ihn gewesen. Ich hatte den viel engeren und freundschaftlicheren Kontakt mit den Hausangestellten, vor allem, nachdem meine Mutter gestorben ist, als ich noch ein Kind war.“ Bei der Erinnerung an ihre Mutter bleibt Gabriela stehen, um sich die Tränen aus den Augen zu wischen. „Ich bin heute noch überzeugt davon, dass mein Vater schuld ist am frühen Tod von Mama.“

„Wie kommst du denn auf die Idee?“ fragt Pitt mit einem besorgten Blick.

„Ich weiss auch nicht genau,“ antwortet Gabriela frustriert, „es ist die Art, wie er ihren Tod zur Kenntnis nahm, etwa so, wie wenn er dem Personalchef gesagt hätte, dass er zwei Angestellte entlassen musste. So etwas liess ihn auch immer völlig kalt. Der Mensch und sein persönliches Schicksal interessierten ihn überhaupt nicht.“ Während Gabriela redete, steigerte sie sich langsam in eine unbändige Wut hinein. Ihre Stimme wurde mit jedem Satz lauter. „Er sah nur den Profit. Dafür ging er sogar über Leichen. Wegen ungenügender Schutzvorrichtungen an einem der Hochöfen kam es vor Jahren zu einem Unfall, bei dem drei Arbeiter ihre Arme und das Augenlicht verloren, weil flüssiger Stahl auf sie gespritzt ist. Das Ganze wurde mit Schmiergeld vertuscht, da die drei Arbeiter auch noch schwarz in der Firma arbeiteten, weil sie keine Niederlassungsbewilligung hatten. Es dauerte keine Woche, und die drei waren nur notdürftig medizinisch versorgt schon in ihre Herkunftsländer abgeschoben.“ In ihrer Erregung schreit Gabriela den letzten Satz beinahe. Mit verschwitztem Gesicht betrachtet sie Pitt und Harry, die vor ihr stehen. Pitt macht einen Schritt auf sie zu und nimmt sie tröstend in den Arm. Dort verliert sie endgültig ihre bisher erfolgreiche Selbstbeherrschung und beginnt bitterlich zu weinen.


Nach wenigen Minuten löst sie sich langsam von Pitt und schneuzt sich in das ihr von Harry gereichte Taschentuch.

„Geht es wieder ein wenig besser?“ fragt Pitt besorgt, „Sollen wir dich nach Hause bringen?“

„Nein, ist schon gut, es geht wieder,“ erwidert Gabriela mit einem Kopfschütteln, „was soll ich denn jetzt dort? Allein?“ Sie fährt sich mit dem Handrücken über die Nase und wischt die letzten Spuren der Tränen mit dem Taschentuch ab. „Ich bleibe lieber bei euch beiden.“

„Ist mir ehrlich gesagt auch lieber,“ meint Pitt. Er blickt zu Harry und fragt: „Was meinst du? Wie weiter jetzt?“

„Gute Frage,“ antwortet Harry gedehnt. „wir haben einen Entführer, der ums Verrecken nicht reden will, mit oder für wen er arbeitet. Und nun haben wir auch noch einen Hauptverdächtigen auf ziemlich brutale Art und Weise verloren. Der Moser wird bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Aber wozu werden ihm sogar die Zähne ausgerissen, wenn ein paar Meter weiter seine Brieftasche liegt mit mehreren hundert Euro und all seinen Ausweisen.“ Mit jeder Aufzählung hält Harry einen weiteren Finger seiner Hand in die Höhe. „Und der Schreiner behauptet, von dem Moser noch nie etwas gehört zu haben und macht gleichzeitig mit der Isabella Säger rum die wir schon zusammen mit dem Moser beobachtet haben.“ Harry Gesicht zeigt die Resignation nur zu deutlich.


Plötzlich verändern sich die Gesichtszüge von Gabriela und bekommen ein hartes, konzentriertes Aussehen. Sie beginnt langsam auf dem Bürgersteig hin und her zu gehen.


„Was ist los?“ fragt Harry.

„Lass mich ein wenig nachdenken,“ antwortet ihm Gabriela, „jetzt wo Harry etwas über die Zähne meines Vaters erwähnt hat, ist es mir, als sei mir etwas in den Sinn gekommen, das ich vor langer Zeit einmal gehört habe.“ Sie bleibt stehen. Ihr Blick schweift in die Ferne, weit weg in die Vergangenheit zu jenem besonderen Ereignis. „Ich kann mich schwach daran erinnern, dass mein Vater einmal Besuch zu Hause hatte. Geschäftlich natürlich. Da ich ihn so selten sah, horchte ich, neugierig wie ich nun mal war, an der Türe, die nur angelehnt war. So hatte ich wenigstens das Gefühl, etwas Zeit mit ihm zusammen zu verbringen.“ Die Augen von ihr sehen die Situation von damals genau vor sich, wie sie ganz vorsichtig die Türe etwas weiter öffnete, um ihren Vater zu sehen. Er sass in einem grossen Sessel, die Beine übereinander geschlagen, ihm gegenüber zwei Männer auf dem Sofa, die Gabriela aber von ihrer Position aus nicht richtig sehen konnte. „Was mir jetzt in einem völlig neuen und anderen Licht erscheint, ist eine Handbewegung und der dazu gesprochene Satz meines Vaters.“

„Jetzt bin ich aber gespannt,“ flüstert Pitt. Auch Harry hat sich näher an Gabriela gestellt, um nichts Wichtiges zu verpassen.


„Mein Vater hat an diesem Abend zu den beiden Typen gesagt: „Die Lieferung erfolgt wie immer absolut sicher und diskret“ und hat sich dann mit dem Zeigefinger gegen seine zusammen gebissenen Zähne geklopft.“

Pitt und Harry sehen zuerst sich und dann Gabriela fragend an.

„Ich dachte bis jetzt ja auch, dass das irgend so eine verrückte Marotte von meinem Vater war, vielleicht weil sie Glück bringen sollte oder so was in der Art. Vielleicht haltet ihr mich jetzt für völlig durchgeknallt. Aber was ich bis heute nie ganz begriffen habe war die Tatsache, dass mein Vater schon in jungen Jahren alle seine Zähne durch Goldene hat ersetzen lassen.“

„Ich glaube, ich weiss langsam, worauf du hinaus willst,“ sagt Harry zu Gabriela, „warum sollte man sich gesunde Zähne durch künstliche ersetzen lassen, ohne dass eine bestimmte Absicht dahinter steckt.“

„Richtig,“ ereifert sich Gabriela, „vor allem, wenn man weiss, dass mein Vater nichts gemacht hat, ohne dabei einen grossen Vorteil zu erringen.“

Harry, mittlerweile schon ziemlich genervt, unterbricht die beiden ziemlich harsch. „Hätte einer von euch beiden vielleicht die Güte, mir mit einfachen Worten zu erklären, woher euer plötzlicher Aktionismus herrührt? Ich verstehe hier nur Bahnhof.“


Gabriela stellt sich vor Harry und beginnt zu erklären: „Schau mal, mein Vater kam von der Schule und absolvierte eine Lehre als Bürogummi in einem Reisebüro. Danach arbeitete er ein paar Jahre als Aussendienstmitarbeiter in einer Firma, deren Name ich nicht mehr weiss. Dabei reiste er kreuz und quer über den Globus und lernte so die Welt und nebenbei auch noch meine Mutter kennen. Kurz darauf war auch ich schon unterwegs. Da wurde mein Vater sesshaft und begann bei der RUAG zu arbeiten. Diese Firma stellt verschiedene Waffen und Systeme für die Schweizer Armee her und entwickelt auch Neuheiten und Technologien, die teilweise auch ins Ausland verkauft werden. Wenige Jahre danach kam dann der plötzliche Wechsel zu der Eisenhütten AG in Duisburg, die damals finanziell nicht so rosig da stand. Und wie durch ein Wunder schaffte es mein Vater, diese Firma wieder in die schwarzen Zahlen zu manövrieren.“

Harry schüttelt den Kopf und meint: „Das ist ja eine Geschichte wie aus dem Bilderbuch, nur sehe ich bis jetzt nicht, was das Ganze mit den Zähnen von ihm zu tun hat.“

Gabriela legt Harry beruhigend die Hand auf den Arm und erklärt: „Was mir komischerweise erst jetzt auffällt, ist die Tatsache, wie es ein einfacher Angestellter in der Schweiz schafft, einfach so eine ganze Fabrik in Duisburg übernehmen zu können, ohne dass er im Lotto gewonnen oder die Firma vererbt bekommen hätte.“

Pitt macht ein fragendes Gesicht, als er Gabriela anspricht: Wie ist er denn deiner Meinung nach dort rein gerutscht? Mit Beziehungen oder mit unlauteren Methoden?“

„Das ist genau das, was ich mich jetzt auch frage,“ antwortet Gabriela. „Ihr wart doch auf der Suche nach einem Mikrofilm, oder?“ Pitt und Harry nicken eifrig. „Was wäre, wenn die Zähne dazu gebraucht wurden, um so einen Mikrofilm zu schmuggeln?“

Pitt schlägt sich mit der flachen Hand laut klatschend gegen die Stirn. „Das wäre genial, kein Zöllner der Welt käme auf die Idee, in den Zähnen eines Reisenden nach Schmuggelware zu suchen.“

„In den Zähnen?“ fragt Harry ungläubig. „So was soll funktionieren?“

„Wieso nicht?“ entgegnet Pitt, der es plötzlich eilig hat und ganz kribbelig Gabriela fragt: „Die Zähne hat er sich in Ungarn machen lassen, stimmt das?“

„Ja.“ antwortet sie nach kurzem Überlegen.

„Aber ab und zu richten oder reinigen oder sonst was hat er wo machen lassen? Auch in Ungarn?“

„Ich glaube nicht.“ Gabriela starrt angestrengt in den Himmel und sagt: „Ich bin der Meinung, ich habe mal etwas von einem Zahnarzt hier in Duisburg gehört, aber ich habe keine Ahnung wie der heisst.“

„Das ist scheissegal,“ antwortet Pitt und zieht die beiden in Richtung Parkplatz, wo ihr Dienstwagen steht, „wir fahren ins Büro und rufen alle Zahnärzte an. Einer muss es dann ja wohl sein. Und dem Typen fühlen wir dann gehörig auf den Zahn.“

„Aber er hat ja nichts Verbotenes gemacht, falls er die Zähne gerichtet hat,“ meint Harry beim Gehen.

„Das nicht, aber er hat sicher Unterlagen wie Bilder, Zeichnungen oder Röntgenaufnahmen auf denen wir sehen, ob es irgendwo einen Hohlraum hat, der die Theorie von Gabriela unterstützt oder zunichte macht.“


Beim Wagen angekommen, zeigt sich seit langem wieder einmal ein optimistisches Lächeln auf Pitt's Gesicht.


Finden sie den Zahnarzt?

Stimmt Gabrielas Theorie?

Und wenn ja, was war auf den Mikrofilmen?

Donnerstag, 27. August 2009

Die Obduktionshalle

Was soll´s denkt Pitt und geht ins Büro zurück. Ohne ein Wort gibt er Harry die Brieftasche und greift zum Telefon. Langsam tippt er die Nummer von Gabriela ein. Was hast Du vor fragt Harry und drückt die Gabel des Telefons runter. Warte doch erst mal ab ob es wirklich Moser ist, auf zwei drei Stunden kommt es auch nicht an. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen das Moser tot ist. Entweder sind die Papiere gefälscht, oder dem Toten untergejubelt worden. Und wie bitteschön sollen wir das herausfinden? Etwa zu Schreiner gehen? Hmmm, warum nicht antwortet Harry, vielleicht verrät er sich.

Beide machen sich auf den Weg in Schreiners Büro. Ohne zu klopfen öffnet Harry die Tür, läßt Pitt den Vortritt und schaut verdutzt auf das sich ihm darbietende Szenario. Ihr Boss und die Sekretärin stehen engumschlungen hinter dem Schreibtisch. „An der Technik müssen sie aber noch ein wenig feilen“ kommentiert Pitt die Szene. „Raus hier“ brüllt Schreiner „das sie vom Land kommen wissen wir, aber daß sie im Schweinestall groß geworden sind war mir nicht bekannt“ Tschuldigung Chef, aber wir haben hier etwas von Bedeutung sagt Pitt und legt die Breiftasche auf den Schreibtisch. Wiederwillig nimmt Schreiner die Brieftasche in die Hand öffnet Sie und nimmt den Ausweis raus. Was soll ich damit? Den Typen kenn ich nicht. Harry antwortet, der Typ ist tot, den haben sie aus dem Rhein gefischt und er ist der Aufsichtsratvorsitzende der Duisburger Eisenhütten AG. Nehmen sie den Plunder wieder mit und kommen sie mir erst wieder unter die Augen, wenn sie was greifbares haben. Und jetzt raus hier. Pitt und Harry verlassen schweigsam das Zimmer und gehen zurück in ihr Büro. Beide gehen ihren Gedanken nach. Nach geraumer Zeit greift Pitt wieder zum Telefon und wählt Gabrielas Nummer.

Hast Du Zeit fragt Pitt, Klar doch, für Dich immer antwortet Gabriela. Gut brummt Pitt, dann komme ich gleich mit Harry vorbei. Verdutzt schaut Harry auf und sieht Pitt grimmig an. Unangenehme Sachen machst Du nie alleine, immer muß ich mit. Halts Maul und pack Deine Sachen. Wieder klingelt Pitt´s Telefon und der Pathologe erklärt ihm, daß auch die Pulsadern aufgeschnitten seien. Der Kerl muß fürchterlich gelitten haben.

Wie lange mag es wohl gedauert haben bis er tot war fragt Harry. Kommt drauf an, wie man es sieht, ein Leben lang, eine Ewigkeit oder eben halt die Zeit von Beginn der Folterung bis zum Exitus. Keine Ahnung, antwortet Pitt, aber wenn ich den Kerl in die Finger kriege, hat er nichts zu lachen. Woher weißt Du, das es ein er ist, den Genus kennen wir doch gar nicht. Pitt antwortet gereizt, Erstens heißt es das Genus und zweitens das Geschlecht. Häh, Harry schaut Pitt ratlos an.
Genus ist ein Begriff aus der Linguistik und bezieht sich darauf, ob ein Wort maskulin oder feminin geraucht wird erklärt Pitt. Das Geschlecht bezeichnet den biologischen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Organismen.

Danke für die Grammatikstunde murmelt Harry, vielleicht hilft sie mir ja weiter, sollte ich jemals Kandidat bei Jauch werden. Gibt es eigenlich noch mehr Leichen? Noch nicht, aber die Küstenwache sucht danach

Endlich erreichen sie Gabrielas Wohnung und klingeln an der Tür. Freudestrahlend öffnet sie Ihnen, fällt Pitt um den Hals und drückt Harry einen freundschaftlichen Kuß auf die Wange. Während Harry knallrot anläuft, bugsiert Pitt Gabriela ins Wohnzimmer zur Couch. Was ist los fragt sie. Pitt legt die Brieftasche auf den Tisch. Stirnrunzelnd nimmt Gabriela sie in die Hand, öffnet sie und nimmt die Papiere raus. Fragend schaut sie die Beiden an. Wie kommt Ihr daran? Pitt antwortet leise, Die Brieftasche wurde gestern bei einer Leiche gefunden, die die Polizei gestern aus dem Rhein geholt hat, Leider ist die Leiche so entstellt, daß wir noch nicht sicher sein können ob es wirklich Dein Vater ist. Gibt es irgendwelche Merkmale, an denen wir feststellen können ob es Dein Vater ist, denn den Anblick möchte ich Dir ersparen. Kreidebleich antwortet Gabriela, eigentlich nicht. Viele Narben auf der Brust, die im Krieg durch eine Granate verursacht wurden.

Scheiße, entfährt es Harry, damit ist uns nicht geholfen, denn der Tote wurde gradezu durch Kugeln durchlöchert. Du wirst wohl doch mitkommen müssen, denn auch die Zähne helfen nicht weiter, die wurden komplett, hmmm…gezogen. Kein Wunder antwortet Gabriela, die waren komplett aus Gold, hat er damals in Ungarn machen lassen.

Doch, ist schon seltsam meint Pitt. Über Tausend Euro in der Brieftasche, aber die Zähne klauen, das passt nicht zusammen und der ganze Aufwand die Leiche unkenntlich zu machen passt auch nicht. Komm, zieh Dir was über, wir müssen zur Pathologie.

Nach einer schweigsamen Fahrt kommen sie an. Pitt und Harry nehmen Gabriela in die Mitte und führen sie zum Obduktionsraum. Der Pathologe führt sie zum Tisch der Leiche . Nimmt das Tuch weg. Gabriela schreit auf und wäre zusammengebrochen wenn Pitt und Harry sie nicht gehalten hätten. Er ist es murmelt Gabriela. Er ist es wiederholt sie und fängt an zu weinen. Er war zwar ein Teufel, aber immerhin noch mein Vater schluchzt sie.

Der Pathologe winkt Harry zu sich und deutet mit der Hand an, daß Pitt mit Gabriela den Raum verlassen sollen.
Man kann auf schrecklicher Weise sein Leben verlieren, ich habe schon viel gesehen, aber das hier, das setzt allem die Krone auf. Der Mann ist stückchenweise gestorben. Er war mit Sicherheit schon tot als sie die Bleigewichte eingesetzt haben und mit Sicherheit war der Täter einer, der sich mit dem Menschen auskennt. Bis auf den aufgeschnittenen Pulsadern war jede körperliche Einwirkung höllisch schmerzhaft, aber ohne lebensbedrohlich zu sein. Der Täter wußte genau was er macht. Ich habe den Eindruck, er ist medizinisch geschult worden oder hat zumindest unter medizinischer Aufsicht gehandelt und irgendwas wollten sie vertuschen. Irgend etwas kommt mir an der Sache bekannt vor, kann aber jetzt beim besten Willen nicht sagen was. Es gab schon einmal ein Mord in dieser Art, da bin ich mir sicher, nicht hier bei uns, woanders, ich melde mich sofort, wenn ich mehr weiß.

Nachdenklich geht Harry zu den Beiden und winkt sie nach draußen.

Kann der Gefangene aus der Lagerhalle weiterhelfen?
Kann überhaupt jemand weiterhelfen?

Sonntag, 9. August 2009

Bei der Wasserschutzpolizei

Mit einem Streifenwagen bringt Pitt Gabriela nach Hause und stellt ihr einen uniformierten Beamten als Wächter vor die Tür. Der Mann war jahrelang Trainer im Polizeisportverein und trainierte dort den Nachwuchs in Judo und Karate. Außerdem hatte er über viel e Jahre den Titel „Deutscher Polizeimeister“ im Pistole schießen inne. „Und pass mir gut auf Gabriela auf,“ sagt Pitt zu dem Beamten, Polizeikommissar Wolters, als er sich zusammen mit Harry auf den Weg ins Präsidium macht.

Auf dem Weg ins Büro begegnen die beiden Beamten der Sekretärin ihres Chefs. Isabella Säger trägt wieder ihr hochgeschlossenes Gouvernantenkostüm, das sich so sehr von ihrer Freizeitkleidung unterscheidet. „Ach, Herr Brett,“ lächelt sie Pitt ins Gesicht, „Ihr neuer Dienstwagen steht bei der Fahrbereitschaft, sie können ihn abholen, wenn Sie wollen.“

Pitt begibt sich direkt in den Hof des Präsidiums zum Leiter der Fahrbereitschaft. „ Mensch Pitt, da hast Du ja den Vogel abgeschossen.“ Mit diesen Worten händigt ihm der Kollege den Wagenschlüssel aus und deutet auf den neuen Wagen. Es ist ein rosaroter, zweisitziger Smart. „ Sachma, datt meinze doch nich etwa ernst?“ blafft Pitt den Chef der Fahrbereitschaft an und ballt die Fäuste in der Hosentasche. „Doch, den hat Kriminalrat Schreiner höchstpersönlich für Dich bestellt. Viel Spaß mit deiner neuen Luxuskarosse…..“

Wutschnaubend verlässt Pitt den Hof und geht zurück in sein Büro. Als erster bekommt Harry seinen Unmut zu spüren. „Dieser verdammte Schreiner hat uns ein rollendes Handschuhfach verpasst, wir sollen unsere Observationen ab sofort in einem Smart machen. Wo ist eigentlich unser Schuhanzieher?“

„Komisch, als ich vorhin unten war, hat mir der Dienstwagenfuzzi den Schlüssel für einen neuen BMW verpasst, der liegt übrigens auf Deinem Tisch. Der Smart ist sicherlich nur ein Witz.“

Das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung ist die Wache der Wasserschutzpolizei im Duisburger Hafen. Pitt und Harry sollen sofort zur Wasserschutzpolizei kommen. Im Hafenbecken von Duisburg Homberg ist eine männliche Leiche angeschwemmt worden. Die beiden stürmen los. Im Hof stellt Pitt fest, dass der Schlüssel gar nicht auf den Smart passt. Als er einen bösen Blick auf das Büro der Fahrbereitschaft wirft, sieht er, dass die Kollegen der Abteilung sich von Lachen auf dem Boden rollen.

Der BMW-Schlüssel jedoch passt. Pitt lenkt den Wagen aus dem Hof des Präsidiums heraus und fährt dann in Richtung Ruhrort und auf dem kürzesten Weg zur Wache der Wasserschutzpolizei.

Der diensthabende Beamte begrüßt Pitt und Harry und bringt die beiden an den Anleger der vier in Duisburg stationierten Polizeiboote. Der Chef von WSP 12, Hauptkommissar Nikolaus, drückt den beiden die Hand und bittet sie an Bord. „Unsere Wespe 12 hier ist das schnellste Boot auf dem ganzen Rhein und wir sind in wenigen Minuten drüben in Homberg.“ Die beiden Motoren des Bootes heulen auf und WSP 12 ist auf dem Weg auf die andere Rheinseite. Unter der Homberger Rheinbrücke geht es durch und dann in die Einfahrt des Homberger Hafens. Dort liegen die beiden Schulschiffe, in denen der Nachwuchs für die Binnenschifffahrt ausgebildet wird. Gegenüber auf der anderen Seite des Hafenbeckens liegen die Schiffe der Wasser- und Schifffahrtsdirektion. Auf einem der Stege winken einige uniformierte Beamte und WSP 12 legt an diesem Steg an. Hauptkommissar Nikolaus springt von Bord, Pitt und Harry folgen ihm.

Der Gerichtsmediziner ist einige Minuten vor Pitt und Harry eingetroffen. „Also, Jungs, ein schöner Anblick ist das nicht. Und ich kann schon mal eines sagen, ertrunken ist der Mann hier nicht. Die haben eine halbe Munitionfabrik in den Kerl reingeschossen, ich zähle mindestens fünfzig Einschüsse. Das muss eine Maschinenpistole oder etwas Ähnliches gewesen sein.
Ich schätze den Mann so auf Mitte fünfzig, er dürfte seit etwa einem Tag tot sein. Näheres nach der Obduktion.“

Es ist wirklich kein schöner Anblick. Die Einschüsse sind deutlich zu erkennen, zumal die Leiche nackt in den Rhein geworfen wurde. Auf dem rechten Arm ist eine Tätowierung zu erkennen, ein weisses Kreuz auf rotem Grund. „Schon wieder eine Schweizer Flagge“ sagt Harry. Unter dem Kreuz steht in einer verschnörkelten Schrift der Name „Felix“.

Der Tot ist kein schöner Anblick. Das Gesicht ist durch eine größere Anzahkl von Schlägen mit einem schweren Gegenstand nicht mehr erkennbar, da der Tote unbekleidet ist, gibt es auch sonst keinen Hinweis auf die Herkunft. Die Täter haben ganze Arbeit geleistet und der Gerichtsmediziner wird viel Mühe haben, die Identität festzustellen.

Wieder im Büro angekommen rätseln Pitt und Harry über dem Fall und kommen nicht wirklich weiter.
Als das Telefon klingelt, ist Pitt froh über jede Abwechselung. Es ist der Gerichtsmediziner. „Kommt mal runter zu mir, ich habe Neuigkeiten für Euch. Ihr werdet staunen.“ -“Halte mich nicht hin, Doktor, sag was du von uns willst“ Pitt wird beinahe ungehalten.

„Nee, nee, Hauptkommissar Brett, schwing deine Hufe und komm in meinen Keller. Dein Gesicht will ich sehen, wenn Du erfährst, was ich habe.“ Der Doktor macht beinahe ein Geheimnis aus dem, was er festgestellt hat. Völlig verärgert ruft Pitt Harry und die beiden gehen in den Keller. „Ok, Doc, hier sind wir. Was hast Du?“

Der Gerichtsmediziner beginnt: „ In der Nähe von Rees, genz dicht beim dortigen Yachtclub, haben vor knapp zwei Stunden zwei Jungen, dioe mit ihrem Hund am Rhein spielen wollten,ein paar Schuhe gefunden. Nun, das kam denen erst nicht ungewöhnlich vor, das gibt es hin und wieder. Ein paar Meter weiter lag dann eine Anzughose und ein Hemd. Als die beiden dann aber auch noch das Sakko des Anzgs gefunden haben und einen kompletten Satz Unterwäsche ist denen das dann schon komisch vorgekommen. Der Haufen Patronenhülsen und der blutverschmierte Baseballschläger, den sie als nächstes fanden, hat die beiden dann dazu gebracht, die 110 anzurufen und Eure Kollegen sind dahin gefahren und haben dann wohl den Tatort gefunden, den unser kalter Freund hier in Schubfach drei dann auf dem Wasserweg verlassen hat. Ich habe mir den Kram sofort schicken lassen. Und hier ist sie, die Brieftasche Eures kalten Freundes hier.“

Der Doktor knallt Pitt eine elegante Brieftasche vor die Nase. Darin befindet sich ein Reisepass eines Schweizer Bürgers. Pitt öffnet den Pass und vor Staunen kriegt er den Mund nicht mehr zu.

Unter Inhaber steht dort: MOSER, RUDOLF FELIX.

„Wie bringe ich das nur Gabi bei?“

Ist der Tote wirklich der Moser?
Wie wird Gabi diese Neuigkeit verdauen?
Ist es für Schweizer bei uns wirklich so gefährlich?